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       Horst u. Volker Heiler

 

Unterwegs

 

Konsulfahrer haben immer was zu erzählen. Und sie wachsen mit ihren Erlebnissen, den schönen und den bösen, zu einer verschworenen Gemeinde zusammen. Was hattet ihr für prägende Ereignisse mit der Konsul? Gebt uns allen eine Chance an euren Erfahrungen teilzuhaben und schickt Berichte und Bilder. Ängste wegen fehlender schriftstellerischer Talente muss dabei niemand haben. Schreibt einfach was euch in den Sinn kommt und gebt am Ende an, ob ihr eine Überarbeitung wünscht oder nicht. Die Adresse findet ihr im Impressum ganz unten.


Audi feierte sein hundertstes Jubiläum auch in Neckarsulm - Wir waren dabei! Wir zeigten unsere NSU-Konsul im Wandel der Zeit.

Kollegen... s`war feucht und kalt und trotzdem ganz nett. Direkt hinter dem Zelt der Audi-Lehrwerkstatt - wo "live" Quickly Motoren und Zündungen restauriert wurden, und deren Blechfraktion konvexe Nummerntafeln und Motorrad-Schutzbleche am Sandsack, am Eckolt und an der Rollenstrackmaschine herstellten - waren die Bikes abgestellt. Rundfahrten gab's zweimal, freier Eintritt ins Museum und Live Musik in der ganzen Stadt. Außer meiner auf Einport und Beltdrive umgearbeiteten Krähe, war Horst L.-Soells Gespann (Audi Ausbilder), Walter Krämers auf 700cm³ aufgestockte und mit Königswelle, selbst gefrästem Kopf und hochgelegten Töpfen modifizierte Konsul und der NSU Konsul Bobber des Audi Ausbilders Rudi Vaseck, zu sehen. Und natürlich Quicklies, Mäxe, Luxe, Föxe und OSLs. Sogar zwei Bullus Königswellen Rennmaschinen waren am Start.

 


2009 wurde unser Konsul-Treffen von den Konsulfahrern Friedrich Helfer  und Günther Berglar am 19. - 21. Juni in 58730 Fröndenberg durchgeführt.                                                                  Hier einige Impressionen, die uns Wolfgang Pianka (wopi) freundlichst zukommen ließ

Zusätzlich Anklicken: Bericht Treffen 2009 im "Syburger"  Nordrhein Westfalen 2009

Mit Genehmigung der Autorin Sabine Welte          Syburger Verlag



 

2008 gab's das NSU-Konsul-Treffen  am

14./15 Juni in 34359 Reinhardshagen.

Familie Petra, Georg und Alexander Blume und ihre zahlreichen Helfer bereiteten uns ein Wochenende, an das wir uns gerne erinnern werden. Hier die Eindrücke von Martin Bünz, aus Badenweiler im Schwarzwald                      

Das Konsultreffen 2008 - oder warum es mit einer Konsul nie langweilig wird.

Die NSU Konsul ist schon ein klasse Gefährt und für mich seit ehedem Inbegriff eines deutschen 50´er Jahre Motorrads.

Begeisterung für eben diese Oldtimer Zeit und die Lust unsere Schwarzwaldberge gemütlich mit dem so typischen Einzylinderstampfen zu durchfahren, brachten mich in den Besitz einer 500 NSU Konsul.

Skeptiker könnten jetzt - vielleicht berechtigterweise - Zweifel anmelden, hinsichtlich fehlendem Schrauberverstand, fehlender Kenntnis zu Elektrik und Mechanik, doch halte ich Denen kühn die Freude am Fahren, meinen Optimismus und die Telefonnummer des Generalkonsulanten Walter Krämer entgegen.

So war denn auch die Vorfreude groß an dem diesjährigen Konsultreffen in Reinhardshagen teilzunehmen.

Dabei bestand der Ehrgeiz die Strecke von Badenweiler nach Reinhardshagen auf Achse zurückzulegen. Immerhin 550 km.

Am Freitagmorgen war der Himmel durchgehend bewölkt. Kein Grund zur Sorge, die nötige Bekleidung gewählt und los geht’s. Außerdem hatte ich ja noch ein Faustpfand in der Hinterhand, denn mein Herr Brockmann wollte mit Auto und Anhänger eine halbe Stunde nach mir starten. So leicht sollte er mich nicht einholen.

Für eine beschauliche Überlandtour war also nicht die Zeit. Es ging auf die Autobahn.

Herrlich wie die Konsul abschnurrte und beim Gas geben, selbst neben einem Laster noch ihren satten röhrigen Klang hören ließ.

Bis Rastatt alle Wolken unterfahren und keine besonderen Vorkommnisse. Erster Sitzpositionswechsel bei Karlsruhe, die Arme werden länger.

Dann hinter Bruchsal das Drama Walldorf, eine Baustelle und nach wenigen 100 Metern auf der rechten Spur ein Stau. Wäre ich doch bloß links gefahren.

Kaum ausgekuppelt, wollte der Motor nicht mehr weiter. Ein gewaltsames Ziehen am Gasgriff hauchte ihm wieder Leben ein, doch nicht lange dann war es mit der Leistung nach einem Pföff vorbei. Was tun?

Rechts und links Betonrandbegrenzungen. Die Maschine aufgebockt, Lastergespanne hupen, jetzt brachte einem die warme Kleidung richtig ins schwitzen. Sie springt nicht an.

Sollte ein Nichtschrauber hier auf viertel Wege scheitern? Rettung naht!

Ein Bully mit Feldjägern besetzt hält hinter mir. `Hier können Sie aber nicht stehen bleiben.´ `Was soll ich machen, bitteschön?´ `Tolles Motorrad, das Sie da haben.´ `Danke.´ `Wir sperren die rechte Spur und schieben Sie an.´ Gesagt, getan und es funktioniert. Feldjäger Dein Freund und Helfer.

Jetzt schnurrt sie wieder. Ein kurzer Tankstopp vor Frankfurt lässt wieder Blut in die Beine kommen. Die Wolken werden dichter.

Reiskirchener Dreieck und wieder eine Baustelle. Ohh nein!

Ich schwitze Blut und Wasser und tatsächlich, sie geht wieder aus. Ich paddle zwischen LKWs auf der rechten Spur. Es geht bergauf und bergab. Gott sei Dank stehe ich auf einer Anhöhe. Bei der folgenden Abfahrt gelingt es die NSU im 3. Gang wieder anzubekommen. Ich erhalte Beifall, zugeklatscht von der linken Spur. Hoffentlich schaffe ich den nächsten Berg. Die Oberschenkel melden sich bereits. Die Schaltung streikt. Es gehen nur noch 3. und 4. Gang. Schleifende Kupplung und mein linkes Handgelenk beginnt zu schmerzen. Sorgenvoll schaue ich mich um. Wo sind die Feldjäger oder Herr Brockmann? Der steht wahrscheinlich am Stauanfang. Mit Mühe erreiche ich den Gipfel und die Ausfahrt Homburg Ohm. Der Maschine reichts. Sie geht wieder aus. Mir reichts auch und ich fahre die Ausfahrt rechts raus. Der Stau wird umfahren, zumal freundlich dreinblickende Kinder auf einem Schild ein `Oje noch 8. km´, von sich geben.

Herr Brockmann über Handy informiert schließt sich an. Es geht durchs Hinterland, Richtung Alsfeld.

Jetzt kommt der große Regen. Binnen Minuten trotz Leder nass bis auf die Haut. Welch gute Idee, wir haben einen Anhänger dabei. Die letzten 100 Kilometer sitze ich im trockenen Auto.

Dann das Weserbergland, wie beschaulich kommt es einem vor. Die Weser schlängelt sich ruhig durch sanfte ungemein grüne Hügel. Eine freundliche Dame an der Tankstelle weist uns den Weg und weiß: `Na klar NSU Konsultreffen, die sind bereits alle auf der Büller- Höhe.

Ach ja, aus unseren geplanten 6-7 Stunden sind mittlerweile 10 Stunden geworden. Schnell unser Quartier im historischen Brauhaus bezogen, im Bad eine Restaurierung vorgenommen und ab zum Treffpunkt. Was da wohl für Leute zusammen sitzen?

Wir treffen auf eine sehr nette Runde, gelöste Atmosphäre und wie wunderbar, auf ein noch nicht abgeräumtes leckeres Buffet.

Man spricht hessisch, bayrisch und fränkisch. Man trifft auf Nordlichter aus meiner alten Heimat, auf Sachsen und Pfälzer. Quer durch alle Altersgruppen wird gefachsimpelt aber auch über Gott und die Welt erzählt.

Man trifft auf Horst Heiler, dessen Internetseite man schon kannte und der, wie man anerkennend aufgeklärt wird, dies alles hier ins Leben gerufen hat. Man sieht die sympathische Audi-Riege wieder und freut sich, dass auch Choppereinflüsse, wie Farbkleckse in der schwarz chromenen Kette dabei sind. Erich der wohl bei jedem Wetter ungebremste gute Laune versprüht. Man lernt Thomas und Herbert mit Frau kennen, die auf Achse da sind. Voller Respekt nimmt man zur Kenntnis, dass sie aus dem Bayrischen kommen und Wind und Wetter getrotzt haben.

Der Generalkonsul Walter Krämer ist ein viel gefragter Mann an diesem Abend und auch von mir bekommt er gleich meine Leidensgeschichte zu hören. Dann muss er natürlich noch seinen 700 cm³ starken Königswellenmotor zum Besten geben.

Insgesamt eine tolle lockere Atmosphäre die Spaß macht.

Heute muss ich früh ins Bett, aber die Vorfreude auf die morgige Ausfahrt wächst, selbst bei 80% Regenwahrscheinlichkeit.

Dann kommt der Samstag und das Wetter sieht gut aus. Es wird die Ausfahrt der schleifenden Kupplung, aber was macht das schon. Auch die paar Regentropfen sind nicht schlimm, da kam gestern mehr vom Himmel runter.

Das Weserbergland war einfach wunderbar zu durchfahren. Kleine Orte, verträumte Straßen und vor einem und hinter einem, wie Perlen auf einer Schnur, diese herrlichen Motorräder. Auch für die Nase ein Erlebnis. Was für eine Augenweide, was für ein Klang. In den Ortschaften gibt es Viele, die stehen bleiben und mit großen Augen zuschauen.

Da sind Gespanne unterwegs, besetzt und unbesetzt, Solomaschinen, aber auch viele Beifahrerinnen, die als Sozia auf leicht erhöhtem Sitz, das Bild harmonisch abrunden und den Ausflug genießen.

Der Besuch des NSU Museums passte genau dazu und rundete diese schöne Fahrt ab.

An dieser Stelle möchte ich Familie Blume noch einmal einen herzlichen Dank aussprechen, für die tolle Organisation und das bis ins Kleinste geplant und gut funktionierende Event. Vielen Dank.

Der Abend klang aus, wie der Freitag schon geendet hatte und ich nehme nicht nur ein schönes Erinnerungsfoto, mit ein"gebeamt"em Walter Krämer, mit nach Hause, sondern viele tolle lebhafte Bilder in meiner Erinnerung.

Euer Martin Bünz


Das NSU-Konsul-Treffen 2007  fand vom 26.Mai - 28.Mai in Gunderath in der Eifel statt.    

Hier gibt's die Bilder vom Eifeler-NSU-Club zu sehen:   http://www.eifeler-nsu-freunde.de/Struktur/Konsultreffen/index.html


Das  NSU-Konsul-Treffen 2006 fand vom 09.-11. Juni  in Fallersleben bei Wolfsburg statt.

 
Im Hof von Silke und Hans Proehl war am Freitagmittag erste Zusammenkunft der Teilnehmer
 
Samstag war wie immer der Tag mit den wesentlichen Aktionen:  Eine 130 Kilometer lange Ausfahrt, sowie Besichtigungen von Resten der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, einer Braunkohlegrube und dem Zeithaus der "Autostadt" mit historischen Fahrzeugen hielt uns diesmal den ganzen Tag in Bewegung.

 

 Freitag- sowie Samstagabend gehörte dem gemütlichen Beisammensein und am  Sonntagvormittag war schon wieder alles vorbei.
 
Den Organisatoren dieses Jahrestreffens Silke & Hans-Heinrich Pröhl sowie Matthias Kristen vom Autohaus Wolfsburg in Fallersleben nochmals ein herzliches Danke
 

Internationales NSU-Konsul-Treffen 2007

in Gunderath/Eifel (Text von Christoph Missy)

 

Fernab der aktuellen Diskussion um Feinstaub und Klimawandel, die uns aber über kurz oder lang einholen wird, trafen sich über Pfingsten ca. 40 NSU-Konsul Fahrer (die sog. „Konsulanten“) mit meist weiblicher Begleitung (also den „Konsul-Tanten“) im beschaulichen Eifel-Örtchen Gunderath zu ihrem jährlichen zwanglosen Erfahrungsaustausch. Bereits freitags reisten die ersten „Frühbucher“ an und erfüllten die einsame Gegend mit den sonoren Klängen der alten Dampfhämmer.

Die Organisation einschließlich Quartierzuweisung hatten die Eifeler-NSU-Freunde unter Federführung von Jupp Schneider und Stefan Bauer mit einer Vielzahl an Helfern übernommen. Und man merkte an vielen Details, dass sie sowas nicht zum ersten Mal gemacht hatten.

Herausragend wieder die Leistung unserer österreichischen Freunde (deshalb auch der Titel „Internationales Treffen“!) Max Oberbauer und Franz Huber, die die 700 km (!) lange Anreise (und natürlich auch die Rückreise) auf eigener Achse bewältigten, davon die letzten 500 km in Begleitung der Beckenbauers, Herbert auf der Konsul und Brigitte auf ihrer BMW R 75/5, die ebenfalls ihrer Tradition treu blieben („Was früher ging, geht heute auch noch…“). Übrigens fuhren sie nach diesem Treffen in Urlaub nach Südtirol und von dort nach Korsika, selbstredend mit den beiden o.g. Fahrzeugen (Ich glaube, die Motoren sind übers Jahr gesehen länger warm als kalt).

Die geradezu magnetische Wirkung des nur 20 km entfernten Nürburgrings  war fast körperlich zu spüren und animierte gleich vier Konsulanten, dieser geschichtsträchtigen Rennstrecke einen Besuch abzustatten, für Horst Heiler war es gar eine Premiere, während es für den Schreiber dieser Zeilen ein dieses Mal noch emotionalerer Moment war als bei sonstigen Besuchen, da er 1971 bis 1973 mit der gleichen Konsul an den damals am Ring stattfindenden berühmten Elefantententreffen (in Eis und Schnee!) teilgenommen hatte. Unvergesslich die nächtlichen Fahrten mit den Fackeln um die Nordschleife zum Gedenken an die die verunglückten Motorradfahrer! Und für die Maschine war es offensichtlich ebenfalls ein bewegendes Erlebnis, denn als wir in das als einziges historisches Relikt verbliebene alte Fahrerlager einbogen, drückte sie vor Rührung zwei Tropfen Öl ab.

 

Auch Erich Krinkes Bobber muss kurzzeitig Hochspannung verspürt haben, denn als wir zur Rückfahrt aufbrechen wollten, war kein Strom mehr da für den Zündfunken. Aber Erich erkannte sofort die Fehlerquelle und nach wenigen Handgriffen nahm sein gelber Bobber wieder die Arbeit im 4Taktrythmus auf. Die Eifel machte auch gleich ihrem berühmt-berüchtigten Ruf als Wetterhexe alle Ehre, denn als wir zur Rückfahrt starteten, gab es einen kleinen Regenguss mit auf den Heimweg. Am nächsten Tag wurden wir dann quasi als Wiedergutmachung mit einem Sommertag vom Feinsten beglückt, was ja bekanntlich für den Temperatur-haushalt unserer empfindlichen Konsulköpfe nicht das beste Klima ist, denn bei der Ausfahrt nach dem traumhaft schönen Städtchen Monreal waren einige Berge zu bewältigen. Aber es ging alles gut und so war kein technischer (oder personeller) Ausfall zu vermelden. Sehenswert ist dieses Monreal auf jeden Fall, man glaubt, es sei einem Märklin-Baukasten entsprungen.

 

Wer der Meinung war, es gäbe nur den Eiffel-Turm in Paris, der wurde auf dem Weg zurück nach Gunderath eines Besseren belehrt: Wir legten eine Rast ein an einem Aussichtspunkt in der Nähe des Ortes Boos und konnten von dem 25 m hohen Aussichtsturm, eben dem 2. Eifel-Turm, dank einer glasklaren Sicht einen herrlichen Rundblick über die wundervoll geschwungene Eifellandschaft genießen bis hin zum Mittelpunkt der Region, der Nürburg, mit dem sie umrundenden gleichnamigen Ring, von dem die wuchtigen Tribünen zu erkennen waren

 

Am Sonntag wurde dann die große Ausfahrt in Angriff genommen, die sich über 140 km erstreckte und uns durch eine für Motorradtouren geradezu paradiesische Gegend führte: Es waren nämlich gerade mal 2 Ampeln (in Gerolstein) zu überqueren, ansonsten nur Kurven, Berge, Täler, einsame Wälder mit noch einsameren Gehöften, gepflegte Dörfer, eben Eifel pur. Man konnte die Tour völlig entspannt angehen, denn als quasi „technischer Schutzengel“ nahm kein Geringerer als der NSU-Papst Wolfgang Schneider an der Fahrt teil. Getrübt wurde die Tour lediglich durch einen etwa einstündigen Regenguss mit böigen Winden - auch Eifel-live - sowie durch einen (zum Glück harmlosen) Sturz unseres Freundes aus dem Münsterland, der – die gute Nachricht – unverletzt blieb, aber – die schlechte Nachricht – die Lampe…..

Zur Eifel gehört auch, dass man sich mit deren vulkanischen Vergangenheit beschäftigt, deren Auswirkungen man heute noch bewundern kann. Der Fremdenverkehrsverband hat eine Vulkanstraße kreiert, die zu spektakulären Relikten führt, aber auch zu noch aktiven Phänomenen vulkanischer Tätigkeit, so u.a. ist in Strohn die sog. Lavabombe, ein eiförmiger ca. 120 to schwerer Felsbrocken aus einem Vulkankrater und in Wallenborn eine sprudelnde Quelle zu besichtigen, die in einem festen zeitlichen Rhythmus fontänenartige Wassersäulen ausspuckt.

Höhepunkt der Ausfahrt war zweifellos der Stopp in Daun, wo wir unsere Konsuls parademäßig vor dem dortigen Kino aufstellten. Hier war die ideale Kulisse für eine Vorführung der Fahrkünste von Peter Held, der in seinem Seitenwagen den Besitzer des Kinos im wahrsten Sinne des Wortes „hochleben“ ließ, d.h. also das Seitenwagenrad „lupfte“, wie es die Bayern auszudrücken pflegen.

Nach der Stärkung mit Kaffee und Kuchen (die Auswahl bzw. Bestellung erfolgte mittels einer eigens anlässlich des Konsul Treffens entworfenen Kuchenkarte!) konnten wir im Kino den Fernsehfilm des SWR bestaunen, der aus Anlass der 50jährigen Wiederkehr des absoluten Motorradweltrekords von Wilhelm Herz entstanden war.

Sein Sohn, Heinz Herz, hat sich seinen Lebenstraum verwirklicht und in einer privaten Initiative unter großen persönlichen Opfern das damalige Rekordfahrzeug, den NSU Delphin III, quasi aus dem Nichts neu erstehen lassen. Aber nicht nur das, zum Jahrestag hat er auf dem Salzsee in Utah/USA die Rekordfahrt nachgestellt, zwar nicht mit der damaligen Rekordgeschwindigkeit von 339 km/h, aber immerhin mit fast 200 km/h.

Ein Vorgang, der nicht nur bei den für Historie empfindsamen Amerikanern höchsten Respekt vor der damaligen Leistung von Wilhelm Herz und NSU  erzeugte (erstmals fuhr ein Motorrad über 200 Meilen), sondern heute auch seinem Sohn Heinz. Man kann sich auch angesichts dieses Projekts die Frage stellen, was hätte Heinz Herz gemacht, wenn sein Vater Wernher von Braun geheißen hätte? Aber Spaß beiseite, man muss vor Heinz Herz den Hut ziehen, er hat als Privatmann einen technischen Meilenstein (wieder) erschaffen und sich damit in der großen NSU-Tradition einen würdigen Platz gesichert. Leider muss man feststellen, dass man seitens der Offiziellen von Audi der NSU-Motorradtradition nicht (mehr) den ihr gebührenden Stellenwert einräumt.  

Noch beeindruckt, oder soll man sagen bedrückt, von den unwiederbringlich vergangenen ruhmreichen Leistungen von NSU, fuhren wir wieder in unsere Quartiere und gingen dann in der Pizzeria Marx zum gemütlichen Teil über.

Apropos technische Leistungen: zu bestaunen gab es zwei Chopper-Neuschöpfungen, eine von Horst Leopold Soell und die andere von Rudi Vasek, die mit schwäbischer Präzision zwei herrliche Bikes auf die Räder gestellt haben. Oder die Einport-Konsul von Horst Heiler, der die 500er mit Zahnriemen und Trockenkupplung (mit badischer Gründlichkeit) zum Laufen und Halten brachte,  die Krämerschen Schöpfungen sowieso, aber auch dem Einport-Motor mit durchgehenden Zugankern, von unserem österreichischem Spezel Franz Huber, gebührt besondere Erwähnung.

   

Ein ganz großes Lob muss man den Organisatoren dieser Fahrt machen, denn sie hatten eine Eskorte auf die Räder gestellt, die - wie Schäferhunde um eine Herde kreisend - es schaffte, dass unsere Kolonne auf diesen langen Stecken nicht ein einziges  Mal unterbrochen wurde.

 

Jetzt  bleibt uns nur noch der von Jupp Schneider gedrehte Film, welcher - wie ein Stuntman im Seitenwagen von Peter Held hängend - die gesamte Fahrt filmte. Und natürlich die Vorfreude auf das Treffen nächstes Jahr bei Familie Blume in Reinhardshagen, also ziemlich im Norden.  

Christoph Missy


     

 

 
       

 

 

Informatives zum Konsultreffen 2007,  von Inge Vasek

Überregionales Zusammentreffen der NSU-Konsul-Gemeinde, Ausfahrt quer durch die Eifel, auf den Wegen der Vulkane

26.05.-28.05.2007 NSU-Konsultreffen in Gunderath (Clublokal)

Schirmherren: Wolfgang Schneider, Nico Wagner, Peter Held und Christoph Missy

Eifel:

Die Eifel ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Das wellige, waldreiche Mittelgebirge erreicht in der Hohen Acht (746 m ü.d.M.) seinen höchsten Punkt.  Teile der Eifel sind durch den Vulkanismus geprägt. Die Lavakuppen erloschener Vulkane bestimmen noch heute das Landschaftsbild, besonders um den Nürburgring sowie bei Daun und Manderscheid. Vulkanischen Ursprungs sind auch die für die Eifel charakteristischen Maare, meist mit kleinen Seen angefüllte Vulkankrater.

Auch ein besonderes Naturschauspiel bietet der „Brubbel“ in Wallenborn. Es ist ein Kaltwasser-Geysir, der regelmäßig alle 40 Minuten eine ca. 2 Meter hohe Fontäne aufsteigen lässt. Ein aus dem Untergrund aufsteigendes Kohlendioxidgas spielt dabei die entscheidende Rolle. Das aufsteigende Kohlendioxid wird vom Wasser solange aufgenommen, bis ein kritischer Gehalt erreicht wird. Dann bilden sich Gasblasen die aufsteigen und das Wasser zum Aufwallen bringen. Es ist ein regelmäßiger Vorgang.

Die Eifel wurde frühzeitig besiedelt, und zwar besonders die zentrale Kalkeifel mit ihren relativ fruchtbaren Böden.

Ortsnamen, die auf –ich enden, gehen auf uralte keltische Gründungen der Eisenzeit zurück. Die Römer siedelten vor allem in den Radgebieten der Eifel und versuchten, z.B. von Trier und Köln aus, die Stämme der Waldgebirge zu beherrschen.

Siedlungen in der Kalkeifel  gründeten wieder die Franken im frühen Mittelalter; ihre Dörfer enden auf –heim.

Erst später rodete man Wälder auf den unfruchtbaren Böden der Schiefer und Grauwacken. Es entstanden Siedlungen mit den Endsilben –rath oder –scheid.

Später nahm der Mensch die Hochmoorlandschaften des Hohen Venns in seinen Besitz. Diese Hochmoore (Venn ist ein anders Wort für Fehn = Hochmoor) ähnelten  denen auf den Britischen Inseln, und es ist kein Zufall, dass das Schottische Moorschneehuhn hier sein einziges Vorkommen auf dem Kontinent hat.

Auf den im Großen und Ganzen unfruchtbaren Böden der Eifel und des Hohen Venns war immer nur eine sehr ärmliche Landwirtschaft möglich. Schafhaltung spielte eine große Rolle, Wolle wurde und wird auch heute noch vor allem in Aachen gehandelt und verarbeitet.

Vulkaneifel:

Die Vulkaneifel trägt den Titel Europäischer Geopark und ist von der Weltorganisation UNESCO anerkannt.

Die Vulkaneifel ist das klassische Gebiet der Maare. In der Nähe von Daun liegt das weltweit eindrucksvollste Beispiel für diese Art von Vulkanen. Die Gruppe der „Dauner Maare“ besteht aus mehreren Maartrichtern, von denen das Gemündener, Weinfelder und das Schalkenmehrener Maar bis heute einen Maarsee enthalten.

Hoch über dem Gemündener Maar kann man von dem Aussichtsturm „Adolf-Dronke-Turm“ der 10,5 Meter hoch ist, auf der Plattform über das Gemündener Maar sehen. Man befindet sich 166,5 Meter über dem Gemündener Maar.

Bis vor 10.000 Jahren rauchten hier noch die Vulkane und zuletzt entstand das Ulmener Maar – Deutschlands jüngster Vulkan. Der Vulkanismus ist noch nicht erloschen, er hat nur eine Ruhepause eingelegt und wartet geduldig auf den nächsten Ausbruch.

Am Samstag, den 26.05.2007 kleine Rundfahrt durch die Eifel nach Monreal und zum Booser Eifelturm mit Blick auf das Booser Doppelmaar

Pünktlich um 14.00  Uhr starteten wir die kleine Rundfahrt bei schwül warmen Wetter, knappe  30 Grad Hitze mit unseren NSU- Zweirad Oldtimer durch die Eifel.

Jupp, der sich sehr viel Mühe machte, filmte vom Konsul-Gespann aus in waghalsiger Art und  Weise die Ausfahrt.

Die erste Etappen-Fahrt von 15 KM ging von Gunderath aus nach Uersfeld, Lirstal, Oberelz nach Monreal, wo wir einen einstündigen Aufenthalt hatten.

Monreal:

Das malerisch gelegene Fachwerkstädtchen Monreal mit seinen Denkmal geschützten Häuschen lädt zum Träumen ein. Das Flüsschen Elz durchfließt die Ortschaft. Da wir hier 1 Stunde Aufenthalt hatten, nutzten wir die Gelegenheit um die Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Löwenburg:

Die Löwenburg schützte mit ihren 25 Meter hohen Bergfried das ehemalige Tuchmacherdorf im Mittelalter.

Löwendenkmal:

Zu den eindrucksvollsten Monrealer Sehenswürdigkeiten gehört das aus dem 15. Jahrhundert stammende Löwendenkmal auf der mittleren Elzbrücke. Es sind vier in Basalt gehauene Löwen.

Pfarrkirche:

Die spätgotische Pfarrkirche wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts neben dem Flüsschen Elz erbaut.

 

Anschließend ging unsere Ausfahrt – zweite Etappe ca.  15 KM - von Monreal wieder zurück in Richtung Uersfeld, wo wir das Booser Doppelmaar, ein besonderes Naturerlebnis,  vom 25 Meter hohen Eifelturm bestaunen konnten. Dieser bietet einen einmaligen Panoramablick über die Eifel bis in den Westerwald und Hunsrück. Der 25 Meter hohe Eifelturm wurde am 6.Dez. 2003 auf den 557m hohen Schneeberg aufgestellt.

Von hier aus ist der Nürburgring, die Autorennstrecke, die sich um die höchsten Vulkangipfel der Eifel schlingt (Hohe Acht und Nürburg) zu sehen.

Hier hatten wir ebenfalls wieder einen einstündigen Aufenthalt. Ein Gruppenfoto aufgenommen.

Weiter ging es in die 3. Etappe. Die Fahrt ging über 18 KM.

Vom Eifelturm in Richtung Mayen nach Münk und weiter durch kleine idyllisch gelegene Ortschaften zurück nach Gunderath ins Clublokal „Marx“.

Als wir uns alle abends im Clublokal Marx eingefunden hatten, wo wir auch alle bestens versorgt wurden, wurde der Tag durch einen heftigen Gewitterregen abgeschlossen. Gott sei Dank saßen wir alle im Trockenen und auch unsere NSU-Oldtimer waren bestens versorgt. Bei gutem Essen und interessanten Benzingesprächen vergingen die Abendstunden wie im Flug.

So hatte dieser Tag einen schönen Ausklang.  

 

Am Sonntag, den 27.05.2007 große Konsulausfahrt mit kleinen Überraschungen quer durch die Eifel

Auf den Wegen der Vulkane, Kinobesuch

Man stärkte sich am Sonntagvormittag bis 11.00 Uhr am Frühstückstisch, bevor die große Konsulfahrt quer durch die Eifel vorgenommen wurde. 

Pünktlich um 11.00 Uhr fuhren  dann auch die Konsul-Fahrer mit ihren NSU-Konsul Oldtimer los. Das Wetter zeigte sich anfangs nicht von seiner schönsten Seite. Es war trüb und der Himmel war mit Wolken behangen. Pünktlich zum Start setzte auch gleich ein leichter Regen ein, der sich im ersten Drittel der Ausfahrt auch teilweise noch verstärkte.   

Wolfgang teilte die NSU-Konsul-Fahrer in zwei Gruppen ein und fuhr mit uns den dunklen Eifeler Regenwolken entgegen. Was wir einen Tag zuvor schwitzen mussten, so erfolgte die Abkühlung prompt an diesem Tag.  Wolfgang übernahm die so genannten Schnell-Fahrer, die auch glaubten eine höhere PS-Zahl vorweisen zu können. Wie er schon am Vorabend verlauten ließ, führte er uns recht zügig auf die ihm bekannten Feldwege zu unseren Zielen. Wolfgang kennt jeden Feldweg wie seine Westentasche – so seine Aussage – und man höre und staune, einmal fuhr er mit uns in eine kleine Ortschaft rein, umfuhr den Kirchplatz und fuhr auf der anderen Seite wieder aus der Ortschaft raus. So ist Wolfgang, immer für eine Überraschung zu haben.

Die Fahrt führte uns von Gunderath, Uersfeld, Höchstberg, Ulmen, Auderath, Filz, Wollmerath, Demerath, Strotzbüsch, Hontheim, Niederscheidweiler, Mückeln, Sprink nach Strohn zur weltbekannten Lavabombe.

Ulmen:

In Ulmen befindet sich eine Ruine der gleichnamigen Burg, die Ritter Heinrich von Ulmen gehörte. Dieser soll sich an der Plünderung der Hagia Sophia beteiligt und unermessliche Schätze mit in die Eifel gebracht haben.

Strohn:

In der kleinen Eifel-Ortschaft Strohn kann man die weltbekannte Lavabombe begutachten. Die Lavabombe ist ein zweitausend Zentner schwerer Monolith mit einem Durchmesser von 5 Metern, einst entstanden durch einen gewaltigen Vulkanausbruch des Wartgesberg.

Weiter führte die Ausfahrt nach Gillenfeld, Eckfeld, Buchholz, Manderscheid in Richtung Meerfeld, Bleckhausener Mühle, Schutz, Niederstadtfeld, Oberstadtfeld nach Wallenborn zu dem Eifel-Geysir, der von den Wallenborner liebevoll „Brubbel“ genannt wird.

Manderscheid:

Manderscheid ist ein Fremdenverkehrsort und ist 90 Meter über dem Tal der Lieser gelegen. Auf schroffen Schieferfelsen stehen die Oberburg mit dem romanischen Bergfried und die Niederburg, beide gehören heute zu den bekanntesten Wahrzeichen der Eifel. In der Umgebung von Manderscheid wurden mehrfach Grabungen durchgeführt. Der wohl spektakulärste Fund war 1991 ein versteinertes, vollkommen erhaltenes Urpferd, das vor vielleicht 50 Mio. Jahren hier lebte.

Wallenborn zum Kaltwasser Geysir, genannt Brubbel:

Hier war wiederum ein Zwischenstopp von ca. 1 Stunde. Im Cafe zum Brubbel konnte man sich mit einer Tasse Kaffee oder einer Gulaschsuppe aufwärmen. Gestärkt konnte die Fahrt weiter gehen.

Über die Ortschaften Weidenbach, Meisburg, Richtung Mürlenbach, Salm, Büscheich, Gerolstein, Gees, Neroth, Neunkirchen gelangten wir an unseren letzten Zwischenstopp nach Daun.

Hier befinden sich die Dauner Maare

Unsere Eifelfreunde hielten für uns hier eine Überraschung bereit. Im Kino trafen wir uns alle bei Kaffee und Kuchen. Gestärkt und wiederum aufgewärmt wurden wir in den Kinosaal geführt. Hier bekamen wir einen Film über den NSU-Rennfahrer Wilhelm Herz zu sehen.

Wilhelm Herz, deutscher Motorradrennfahrer und Weltrekordhalter, wurde am 18.Jan. 1912 in Lampertheim geboren. Er begann seine Laufbahn 1932 auf DKW, wechselte dann 1939 zu NSU. Mit der „NSU-Delphin“ durchbrach der legendäre Motorradsportler vor 50 Jahren auf den „Bonneville Salt Flats“ in Utah/USA, die Schallmauer von 300 KM/H sowie die 200- Meilengrenze. Das war absoluter Weltrekord für Motorräder.

Vom 03.bis 07.September 2006 hat Heinz Herz zu Ehren seines bereits verstorbenen Vaters eine Demonstrationsfahrt unternommen.

Wir alle waren sehr überrascht und sahen den Film mit großem Interesse an. Lernen kann ja immer wieder was die Renngeschichte angeht.

Anschließend fuhren wir auf dem schnellsten Wege zu unserem Ausgangspunkt Gunderath. Es war spät geworden. Gegen 19.30 Uhr trafen wir bei unserem Vereinslokal Marx ein. Wir waren geschafft. Die Eindrücke, die wir von der Eifel mitbekamen, waren überwältigend. Die NSU-Konsulfahrer kamen alle gesund und munter wieder in Gunderath an. Unserem Herrgott sei Dank.

Nachdem die Fahrzeuge wieder versorgt waren, trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Danach  wurden noch verschiedene Ansprachen gehalten und Erinnerungen ausgetauscht. Schade nur, dass Wolfgang so früh die Veranstaltung verlassen musste, aber die Arbeit hat ihn gerufen.

Zum Tagesausklang hat sich Familie Blume aus Reinhardshagen bereit erklärt, das NSU-Konsul-Treffen 2008 auszurichten. Hier ein herzliches Dankeschön und viel Glück bei den Vorbereitungen. Wir alle freuen uns schon sehr darauf.

Montag, den 28.05.2007 ab 12.00 Uhr weinen zum Abschied, Heimreise

Am Montagmorgen war Treff im Clublokal Marx zum Frühstücken. Anschließend war von den Freunden Abschied zu nehmen, die Heimreise war angesagt. Man wünschte sich bis zum Wiedersehen alles Gute.

Der Familie Marx ein Dankeschön für die gute Verpflegung, sie haben uns alle sehr verwöhnt.

Unseren Eifeler-Freunden wünschen wir hier auf diesem Wege nochmals alles Gute und vielen, vielen Dank für die schönen Tage, die wir bei Euch verbringen durften.                                INGE VASEK



Hier klicken für Günter Bruers Bericht "Freud und Leid eines Konsulfahrers"

Hier klicken für die "Konsulgeschichte des Restaurators Wolfgang Schneider"

Weiter unten  Herbert Beckenbauers Bericht zum Konsul-Treffen 2004


Hier die Geschichte:

Leben mit der NSU Konsul: Georg Blume & Familie

   

Den ersten Kontakt hatte ich im Sommer 1981, als unser Schrebergartennachbar „Kuddel“ (aus Hamburg), mit der Konsul von Hamburg nach Hann. Münden kam. Ich stand begeistert vor dem sehr rostigen Gespann und fragte Kuddel, wie man denn eine so weite Strecke damit fahren könne. Mein Nachbar erzählte mir, dass er die Maschine 1958 aus 1. Hand gekauft habe und immer gut mit ihr gefahren sei. Ich dürfe ruhig mal ausprobieren!

Als damaliger Honda CX 500 Fahrer war ich  hellauf begeistert, bekam aber  den Motor nicht angetreten! Kuddel lachte nur und übernahm diese „Kleinigkeit“. Die kurze Probefahrt und somit die ersten Meter mit einem Gespann waren doch sehr ernüchternd. Und so vergingen die Jahre...

…bis zum Sommer 1996. Da sprach mich Kuddel an, dass er sein Motorrad „versemmeln“ möchte und ob ich nicht Interesse daran hätte? Schnell einigten wir uns über einen ungefähren Preis. Im September fuhren wir dann nach Hamburg zu Freund Kuddel (eigentlich Karl). Dort angekommen, schickten wir Männer erst einmal die Frauen zum Kaffeetrinken, um meiner hochschwangeren Frau Petra den Schock der Konsul-Ansicht zu ersparen!

Da lag Sie nun, unter einer Plane vor der Garagenauffahrt, teilzerlegt mit Mofarädern und Steckachsen aus 10er Gewindestangen. Drei Motorräder hatte ich bis dahin schon restauriert, aber dieser Anblick traumatisierte mich doch leicht. Wir luden alle Fragmente auf den Anhänger und diverse Kisten mit Teilen ins Auto und gingen zu unseren Frauen ins Haus.

Nach 3 ½ Jahren Restaurierung folgte dann zu Ostern 2000 die erste Ausfahrt. Im Sommer trafen wir uns (mittlerweile zu dritt, mit Alexander im Beiwagen) mit Kuddel und seiner Frau Hanna. Die Beiden betrachteten optisch und akustisch „ihr“ altes Motorrad. Es trieb ihnen Tränen in den Augen.

Im Frühjahr 2001 bekamen wir dann die Einladung von Walter Krämer zum Konsul-Jubiläumstreffen in den Odenwald. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten hätte mir der Kontakt zu den Konsul-Freunden doch sehr geholfen. Mein Freund Kuddel ist im Jahr 2002 verstorben.

Eigentlich dachte ich, mit diesem bildschönen Motorrad ein Gespann zu haben, mit dem die ganze Familie noch mehr unbeschwerten Fahrspaß genießen kann, als mit meiner alten BMW R 25/3. Das war leider ein Trugschluss! Für Touren die über den Sonntagmorgen oder eine Ausfahrt zu einem Treffen hinausgeht, nehmen wir dann doch lieber ein anderes Fahrzeug.

 

Das Konsultreffen 2004 im Allgäu ist mir noch schmerzhaft in Erinnerung, als wir beim ersten Kaffee-Stopp mit heraus gefallenem Auslass-Ventilsitz direkt vor der Kuchentheke liegen blieben und ich meine Familie auf andere Soziussättel verteilen musste. Aber als unser Sohn Alexander in dem selben Jahr bei einem Kasseler Veteranentreffen, mit ca. 120 Teilnehmern, den Pokal für das schönste Motorrad, auf der Bühne entgegennehmen durfte, war die Konsulwelt wieder in Ordnung. Mit vielen Grüßen  Georg Blume sowie Petra und Alexander

Bericht zum  Konsul-Treffen 2004 von Herbert Beckenbauer
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Brigitte und Herbert Beckenbauer

Als Herbert sich 1999 eine Konsul kauft, meint er ein tolles Motorrad zu besitzen.

Bald schon offenbart sich die Wahrheit. Er hat sich ein Sorgenkind ins Haus geholt: Bei einer größeren Ausfahrt in die Alpen zeigen sich die typischen Konsul-Problemchen. Ein undichter Zylinderkopf, Kolbenklemmer, und, und, und … Er repariert nach seinem Wissensstand und es wird ihm klar, dass dieses wunderschöne Motorrad schon ab Werk mit zahlreichen Wehwehchen ausgeliefert worden war. Große Stückzahlen erreichte die Nachkriegskonstruktion damals nicht. Wohl deswegen zählt die Konsul heute zu den gefragten weil raren Sammlerstücken.

2001 ließt Herbert vom Konsul-Treffen in Rehbach, und denkt sich: „Da muss man hin, die Leute möchte ich sehen, die solch einen unmöglichen Eisenhaufen fahren. Oder fahren die vielleicht gar nicht? Sind das etwa lauter Originalheimer die ihre Konsul nur ins Museum stellen?“

Herbert und seine Frau machen die Tour auf eigener Achse. Brigitte begleitet ihn auf einer BMW 75/5. Es gießt aus Eimern. Die Beiden sind wahrlich froh, als sie Rehbach im Odenwald am späten Abend erreichen.

 

Konsul-Treffen Rehbach 2001                   klick to enlarge / Vergrößern durch Anklicken

 

 

Viele haben ihr Sahnestück im Transporter oder auf dem Anhänger mitgebracht. Trotzdem ist der Konsul-Debütant von den aufgeschlossenen Leuten angenehm überrascht, und er bewundert deren Verbesserungen an den Maschinen. Teilweise sind sogar gravierende Umbauten sichtbar, deren Sinn noch auf Bestätigung hofft. Brigitte findet ein Treffen vor, zu dem sich erstaunlicherweise sehr viele Frauen einfinden, was das Ganze sehr familiär macht. Die ungebundene Gemeinschaft dieser NSU-Konsul Fahrer trifft sich zum elften Mal und feiert den 50sten Geburtstag der Konsul. Schon vorher hatten Insider Berichte zum Thema in der Fachpresse veröffentlicht. Zudem wurde per Rundschreiben aufgerufen, Tipps zur Besserung der Alltagstauglichkeit zu sammeln und einzuschicken oder mitzubringen. Mit vielen Hinweisen und Ratschlägen fährt das Paar nach Hause, ...

... und nach und nach wird in den kommenden Monaten aus einem „unmöglichen Eisenhaufen“, ein zuverlässiges Motorrad. Man sieht die Zwei beim nächsten Jahrestreffen in oberhessischen „Hessenpark“ ...

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       Konsul-Treffen Hessenpark 2002

... und auch im Jahr darauf, bei Jahrhundertwetter zum Konsul-Treffen am Technik-Museum zu Speyer am Rhein sind Brigitte und Herbert dabei.

Längst wissen die Beckenbauers, wie die locker geführte Gemeinschaft der Konsulanten funktioniert. Und auch, dass diese jährlichen Treffen immer wieder von Freiwilligen organisiert werden. Der lose Konsul-Haufen, in einer Fahrerliste von zurzeit über 200 Besitzern erfasst, kennt keinen Mitgliedsbeitrag und erhebt natürlich auch keine Teilnehmergebühr zum Treffen. Aber Samstags spät am Abend des Treffens, nach der gemeinsamen Ausfahrt, wenn der gemütliche Teil der Familienzusammenführung den Höhepunkt geradeso überschritten hat, dann macht ein bittend hingehaltener Kopfschutz die Runde, den so gut wie keiner unberührt vorüber gehen lässt. Die darin gesammelten Scheine decken meist die zuvor angefallenen Kosten.

    Konsul-Treffen Speyer 2003

Nach dem Rekord-Treffen in Speyer mit 35 anwesenden NSU-Konsul sitzt die Konsul-Familie im sommerlich aufgewärmten Biergarten beim Speyerer Technik-Museum. Noch ist der nächste Austragungsort ungewiss. Die anwesenden bisherigen Veranstalter setzen sich zusammen und ... Behutsam vortastend wird Herbert Beckenbauer angegangen:

Was meinst Du? Könnte man nicht ein Treffen im Allgäu veranstalten? Damit würden sich vielleicht auch mal mehr die südlicher lebenden Konsul-Fahrer angesprochen fühlen!

Herbert wagt einen kurzen Blickwechsel mit der besten aller Ehefrauen.

Ihr zustimmendes Nicken macht ihm und uns klar: Beckenbauers sind die gastgebenden Veranstalter des Treffens 2004.

Unterstützung in der Planung seitens früherer Gastgeber ist gesichert, der Veranstaltungsort bald gefunden: Die Mindelburg im Unterallgäu! Sie kann mit einer guten Gaststätte aufwarten und bietet ausreichend Parkplatz innerhalb und außerhalb der Burgmauern.

Das Ausfindigmachen von Hotels und Ferienwohnungen, ist Fleißarbeit. Sie sollen nicht zu weit vom Treffpunkt entfernt liegen und eventuell auch einen Frühbucherrabatt gewähren.

Dann noch die Einladungen aufsetzen, hundertfach kopieren und zeitlich früh abschicken, damit auch Schichtarbeiter ihre Urlaubsplanung schon im November oder Dezember machen können. Die Beckenbauers bitten um zeitige Rücksendung der Teilnahmeformulare. Wegen der Planung natürlich, denn es gilt für die geplante Ausfahrt Plätze und eventuell Gaststätten zu finden, die alle teilnehmenden Fahrer und Beifahrer aufnehmen können und wollen.

Die meisten Rückmeldungen gehen im Februar ein.

Bis dahin sollen auch die Buchungen der Nachtlager getätigt sein. Überraschend kommt die erneute Zusage vieler norddeutscher Konsul-Fahrer, die sich auch durch die diesmal noch längeren Anfahrtswege nicht abhalten lassen.

Das spornt natürlich an. Sondierungsfahrten ins Allgäu erbringen eine schöne abwechslungsreiche Strecke mit Pausen an lokalen Sehenswürdigkeiten. Streckenlängen und Fahrzeiten werden kalkuliert. Streckenkundige Motorrad fahrende Begleitpersonen sind aufzutreiben. Sie bringen gezielte Reibungslosigkeit in die Ausfahrt. Pavillons, Festzeltgarnituren und Getränke gibt’s beim Getränkemarkt.

Brigitte kümmert sich um Kaffee und Kuchen.

Nur das Konsul-Lied macht noch Kopfzerbrechen: Dazu soll nämlich der jeweilige Gastgeber eine weitere Strophe hinzufügen. Damit dies in keiner Kata„strophe“ endet, wird das Lied von Konsul-Fahrer Günter Bruer erweitert.

Zum Aufbauen am Freitagvormittag finden sich helfende Konsulanten ein. Die haben die Gelegenheit genutzt, sind schon eine Woche vorher zum Urlaub angereist. Der Samstag selbst geht reibungslos ab, sieht man von der vorgezogenen Abfahrt um 11 Uhr ab. Einige Nachzügler, die auf die Ankündigung „Abfahrt um 13 Uhr“ im Internet und der schriftlichen Einladung vertrauten, haben leider das Nachsehen.

„Natürlich macht so eine Veranstaltung auch Arbeit und Sorgen, und es gibt auch Pannen mit denen man nicht rechnet, aber man freut sich doch über die positiven Rückmeldungen und aus den Fehlern lernt man."

Brigitte und Herbert möchten sich bei allen Konsulanten bedanken die keine Kosten und Mühen gescheut haben und den Weg ins Allgäu gefunden haben.

 

Im Allgäu klingt es immer noch: » NSU-Konsul, sie lebe hoch! «