Das Verändern von Motorrädern liegt  in der Natur der Motorradfahrer. Jeder hat andere Bedürfnisse: Zum Tourenfahren stattet ihr das Motorrad mit Gepäckträger, Satteltaschen und Beiwagen aus.  Zur sportlichen Kurvenhatz wird das Motorrad vielleicht leichter gemacht. Oder sie wird nach technischen und optischen Vorbildern verbessert, nach Ansicht der Besitzer sogar verschönert.  Auch  NSU-KONSUL oder -OSL blieben in ihrer Existenz nicht unangetastet.  Wer nicht unbedingt auf absolute Originalität festgelegt ist, findet hier Beispiele, was aus den großen NSU-Motorrädern schon so alles entstanden ist.

anklicken um Bilder zu vergrößern - click to enlarge photos


Hallo Horst,

es gibt ja bekanntlich eine Sport-Konsul, aber jetzt auch eine Renn-Konsul! Die habe ich in Schotten entdeckt. Die lief richtig gut und ist auch käuflich.

Viele Grüße

Christoph

Christoph Missi hat die Konsul von Karl-Heinz Fiedler aus Chemnitz entdeckt.             Der Preis soll 8000 Euro sein. Tel.: 01729483947

 


Frank Raderecht lebt in Hamburg, hat diesen Bobber jedoch in Grimmen, nähe Stralsund bei einem Freund untergestellt. Er erwarb diese Maschine 1993 in einem ziemlich verbastelten Zustand, da versucht wurde die NSU auch in der DDR zum laufen zu bekommen. Der Kolben wurde nach der Wende neu angefertigt. Da zu Ost-Zeiten bekanntermaßen die Teile-Versorgung mehr als bescheiden war, hatte der Vorbesitzer die Konsul mit annähernd passenden Teilen zum Laufen gebracht. Und weil oft kein gleichwertiger Original-Ersatz da war, wurde eben angefertigt und modifiziert.

 

Die Gabelbrücke und der Lenker einer VS1400 Intruder wurden auf den originalen Lenkkopf angepasst. Telegabel und Vorderrad sind von einer 125er Crosser Yamaha. Sattel, Seitenständer, und Rücklicht sind aus dem Harley-Zubehör.

 

Die Kollegen Rudi  Vasek und Horst Leopold Soell konnten sich  der Faszination eines NSU-Custombikes nicht entziehen. Inspiriert von Erich Krinkes  Bobber (siehe weiter unten),  bauten die Beiden ihre eigenen Versionen aus Ersatzteilen auf.

Hier klicken um den  Horst Leopold Soells NSU-Bobber  zu sehen http://www.schuhhaus-leopold.de/bilder/eisen/

 


Helmut Jobs aus Bergisch Glattbach nahm mit seinem Konsul-Chopper 1976 am Wettbewerb "Das tollste Motorrad" der Zeitschrift MOTORRAD teil. Er war so freundlich uns diese Bilder zur Verfügung zu stellen

 


Mein Freund Henrik schickte diese Bilder aus Schweden          


Erich Krinke fährt seit zehn Jahren seinen NSU-Bobber. Das Motorrad war unter dem Einfluss der Custom-Bewegung aus lauter Einzelteilen entstanden. Vorher bewegte Erich einen BMW R67/2-Chopper. Während einer Probefahrt mit meinem Konsul-Chopper,  packte ihn der Dampfhammer-Bazillus. Alleine das Zusammentragen, Anfertigen und Anpassen der einzelnen Komponenten hatte ihn Jahre gekostet. Sein auf Einport geänderter Konsul- Zylinderkopf  bringt Vorteile bei der Wärmeabführung. In die selbst gefertigten Gabelbrücken, setzte Erich die Stand- und Tauchrohre einer 750er BMW der /5-Reihe  ein und fügte ein Konsul-Rad mit 19" Alu-Felge hinzu. Hinten ist auf der Konsul-Nabe eine 15" Felge mit einem 140er Reifen eingebaut. Erich folgte mit seinem NSU-Umbau den stilistischen Vorgaben der amerikanischen Chopper-Vorläufer.

Diese "Bobber" der 40er- bis Mitte der 60er-Jahre waren meistens gewichtsreduzierte   Indians und Harleys. Aber auch britische Motorräder wurden  in den USA "gebobbt".

Mit "to bob" meint der  Ami  "verkürzen - stutzen", was sich am Bike allerdings vorrangig auf  Blechteile bezog. Bei den Motoren galt schon seit jeher: Hubraum ist durch nicht zu ersetzen. Und Leistung schon gar nicht.

Bilder anklicken zum Vergrößern / click to enlarge


 
 Hier klicken um auf die Seite von Duckman zu gelangen, auf der er meinen Chopper zeigt Meinen Konsul Chopper habe ich in den frühen achziger Jahrenn aus zusammengekauften Ersatzteilen aufgebaut. Ende der Achziger wurde der Rahmen auf Hinterradschwinge geändert und ein Motor mit angepasstem Harley-Davidson Shovelhead-Zylinderkopf und -Kolben eingebaut.
Click picture to enlarge / Bild zum Vergrößern anklicken    
 

1998:  Michael Schön begann  mit der Teilrestaurierung der NSU, die seit Jahren nicht mehr bewegt wurde. Den Rahmen ließ er kunststoffbeschichten, Lackteile Silber lackieren. Da kein Vergaser vorhanden war, kam ein 30er MZ Vergaser dran. Es wurden neue Ventile und Führungen eingebaut, den Rest konnte man erst mal lassen. Benzin in den Tank,3 x gekickt: Die NSU lief !! SUUUPER
Januar 1999 zum TÜV - ohne Probleme
2000: Umbau auf Franz Langers Königswelle: Zu Franz Langer kam er durch einen Zeitungsartikel, in dem seine 2 Liter NSU vorgestellt wurde. Da ihm der Königswellenmotor nicht mehr aus dem Kopf ging, fuhr er zu ihm nach Fulda, um seine Maschinen anzusehen. In seiner Werkstatt standen eine 700er, mit der Franz  in Schotten  früher Rennen gefahren war. Zudem hatte er eine 1000er NSU und eine mit 2000 cm³ in der Garage - alle mit Königswelle. Als sie sich über den Preis geeinigt hatten, brachte Michael seinen Motor zu ihm. "Nach dem Umbau mußte ich im täglichen Betrieb feststellen, dass für Franz ein Millimeter kein Maß ist und einige Verbesserungen im Detail vorgenommen werden mussten" meint Michael.                                 2003: Getriebelager defekt. Über diese Homepage hatte er schließlich Walter Krämer kennen gelernt, der ihm das Getriebe überholte, sowie Kurbelwelle und Pleuellager.
Hierbei fertigte Walter auch eine neue Lageraufnahme für den Königswellenantrieb in der gerissenen rechten Motorseite an.     "Tolle Arbeit" lobt Michael.

Lenker mit Riser etwas höher gesetzt.
Elektronischen Regler eingebaut - 5 NC Akkus von Sanjo je 1,2 Volt mit 10 AH zusammengelötet und eingebaut., welche im Modellbau z.B. in Elektroflugzeugen verwendet werden. Ein Akku hat ca. 23mm Durchmesser und ist ca. 42mm hoch. 5 Stück verlötet, fertig war die Batterie. Die Akkus sind extrem Hochstromfähig und sehr robust. Sie müssen gut im Fahrtwind gekühlt werden, sonst werden sie zu heiß. Michael fährt sie das 3.Jahr ohne Probleme und immer mit H4 Licht 35/35 Watt. Die Akkus sind über das Internet gekauft.

Gefahrene Kilometer 21.000 - und es macht jeden Tag mehr Spaß.

 

 
Bilder während des                 Custom & Classic Festes 2004 aufgenommen
Der MZ-Vergaser, Typ BVF 30 N2 mit selbst gefertigtem angeschweißten Ansaugstutzen,  verrichtete 2 Jahre seinen Dienst an dem 600er Motor. Der Einlass im Kopf ist 30mm. Der MZ Vergaser hatte ein super Laufverhalten. Er baute ihn aber ab, nachdem nach 2 Jahren  sich ständig der Schieber verklemmte. Vielleicht wegen der Wärme vom Zylinderkopf?
Jetzt fährt er einen 28er Mikuni mit größeren Düsen
und K&N Luftfilter, der aber nicht ganz die Leistung bringt.

MOTOR 600ccm
Original Muldenkolben
500er Übersetzung
Offene Ventile
 



Umbau auf modernere Ölfilter, von denen jedoch erst die Bördelringe (siehe Bild) abgedreht werden müssen, damit sie in den Öltank passen.

Ölfilter Umbausatz  Blau anklicken für mehr Info.


Hitze ableitende Vergaser- Isolierstücke, wie von der NSU TS Block, jedoch etwas schmaler, passend gemacht für NSU-Konsul. Ersetzt das originale NSU-Teil (unten)

Eine 500er Konsul hatte ich schon in den späten achtziger Jahren auf Einport umgebaut. Es zeigte sich, dass (zusammen mit einem schmalen Kupferring auf dem Feuersteg des Zylinders, anstatt einer normalen Kopfdichtung,) die Konsul von der Kopfkrankheit kuriert war.  Beim Aufbau des Motors meiner neuen Konsul (erste 1100 Kilometer bis Oktober 2006 gefahren) habe ich ebenfalls wieder einen auf "Einport" geänderten Kopf verwendet und diesmal einen O-Ring aus beständigem "Viton" eingesetzt, der in einer eigens dafür eingefrästen Nut im Zylinderkopf sitzt und als Kopfdichtung agiert.  Beim 1000 Kilometercheck nach der Einfahrzeit, zeigte sich bei der Demontage des Kopfes keinerlei Verfärbung, oder andere Hitzemerkmale an der auspuffseitigen  Dichtfläche. Die direkte, Hitze abführende Verbindung von Kopf und Zylinder scheint zu wirken.

Siehe auch Rubrik: Aus der Presse: Immer kühlen Kopf bewahren

O-Ring Kopfdichtung in speziell eingearbeiteter Nut. Verlangt nach hitze- und druckfestem Viton als O-Ringmaterial. Vorteil: Verbesserte Wärmeableitung aus dem Kopf. Hat sich auch in meiner auf Einport umgebauten Konsul bewährt, nachdem mein NSU Chopper mit Harleykopf schon seit Jahren damit auskommt. O-Ring Umbau durch Walter Krämer.


Konsul Power durch Walter Krämer

E-Mail Kontakt durch Anklicken des  Namens

Walter kann  komplett "neue" Kurbelwellen fertigen.

Als Restaurator und Motoren-Instandsetzer bekannt, hält  unser Seelsorger Walter momentan einige heiße Eisen in Sachen Hubraumzuwachs ins Feuer. Neue Grauguss-Zylinder beispielsweise. Für angepasste 350er Gehäuse mit 500 cm³ möglich. Zylinder für die 500er Konsul, machbar in 600 cm³. Auch Hubvergrößerung mit neuen Kurbelwellen möglich. Außerdem erneuert Walter altersschwache Zylinderkopf-Stehbolzen und kann dabei auch gleich den Bolzenabstand von 500er Köpfen auf die größeren Abstände der 600er OSL bringen.

anklicken

Verstärkte Krämer- Stahlpleuel
 

 
Franz Huber aus Hallein/Österreich erzählt:

Wie ein Teil vom VW-Käfer ein Teil von meiner NSU- Konsul wurde- Teil 1  Auf der Suche nach einem Kolben (Wahl wollte ca. 350 € für einen 600er Motor) bekomme ich auf einem Teilemarkt einen Zylinder mit Kolben vom VW-Käfer in die Hände. Bei genauerer Betrachtung hat er 85,5er Bohrung, 20er Kolbenbolzen und Kolben von Mahle. Könne passen! Auf die Frage nach dem Preis kommt die Antwort:36 € pro Stück, für ein neues Original-VW Ersatzteil, das auch einzeln zu haben ist. Nach kurzer Überlegung wird mir klar, dass ich bei einer Einzelanfertigung eines Kolbens für den 600er NSU- Zylinder für 36 € gerade mal die zwei Kolbenbolzensicherungen bekomme. Das Teil wird gekauft. Zuhause gibt’s nicht nur schlaflose Nächte, bis ich im Groben weiß, wie man das VW-Ersatzteil in den NSU-Motor verbauen könnte. Nachdem alles 1:1 aufgezeichnet ist – Kurbelwelle in UT&OT Stellung im Motorblock, VW-Zylinder, Kolben und Zylinderkopf – kommt die Erkenntnis: Der VW-Zylinder ist zu kurz und der Kolben zu lang. Ich muss Überlegen … Nach einer längeren schöpferischen Pause weiß ich, dass dieses Projekt umfangreicher als geplant ausfallen wird. Ich muss den Kolben kürzen und den Zylinder verlängern. Dazu fertige ich eine Distanzbüchse mit den Innen-Schleifmaß des Zylinders und dem Aufnahme-Bohrungsmaß vom Motorblock. Im so verlängerten Zylinder kann der gekürzte Kolben die 99 mm Hub problemlos ausfahren. Die dem original nachempfundenen Kühlrippen werden aus 3mm Blech gefertigt und auf den VW-Zylinder aufgeschrumpft.  Der Zylinderkopf wird auch grundlegend überarbeitet. Die 8 Stehbolzen müssen weichen. Die Löcher werden zugeschweißt und vier neue gebohrt, danach die Dichtfläche geplant. Auch der Flammsteg des VW-Zylinders fordert seinen Platz,. Vier Zuganker (so ähnlich wie bei der NSU-Max) spannen nun das Ganze auf den Motorblock. Als Dichtung verwende ich einen 4 mm O-Ring aus Flursilikon. Der so zurechtgemachte Motor muss auch gut gefüttert werden, ich entscheide mich für einen 30er Amal 900er Serie der über einen Zwischenflansch seinen Dienst verrichtet. Am 03.04. 2006 erfolgt die erste Testfahrt, die nach 200 Kilometern erfolgreich beendet wird. In den folgenden Wochen, bis zum Konsul-Treffen in Wolfsburg, spule ich noch ca. 2000 Kilometer ab. Trotz Einfahrdrehzahlen fühlt sich der Motor merklich stärker an. Allein aufgrund des größeren Hubraumes sollten nun schon einige Pferde mehr an der Kette zerren. 

Teil 2:

Schon Mitte März ersuche ich den Horst Heiler, mir eine Anfrage auf seiner NSU-Konsul Homepage zu setzen, mit dem Text: Suche Konsulisten aus Österreich od. Bayern, die mit mir auf Achse zum Konsultreffen nach Wolfsburg fahren. Es gibt wahrscheinlich nicht so viele verrückte wie mich!

Ende Mai ruft mich der Herbert Beckenbauer aus Salgen an, und erklärt mir, dass er auch zu den Verrückten gehöre. Und der Thomas aus Hipoldstein ist auch so einer. Zu Pfingsten steht der Reiseplan: Am Montag den 05.06.06 reist Herbert und seine Frau Brigitte, die ihn auf einer BMW 75/5 begleitet,  nach Hallein an. Es gießt aus Eimern. Die Beiden sind wahrlich froh, als sie bei der Pension Sommerauer in Hallein ankommen. Am Dienstag ist das Wetter besser! Brigitte und Herbert machen einen Ausflug ins Salzkammergut.  

Am Mittwoch den 07.06.2006 so gegen 10.00 Uhr ist Abfahrt nach Wolfsburg. Erstes Tagespensum: Hallein-Traunstein-Landshut-Greding-Hipoldstein, so ca.300 km. Bei 8-10 C° Lufttemperatur mussten wir nicht Schwitzen. Mit gut Halbgas kann ich 100 km/h auf der Bundesstraße locker halten. Auf Steigungen (zwischen 8-10%) dreh ich voll auf und die Konsul zieht mit  90 km/h durch. Man spürt: Die Kraft kommt aus dem Keller! Die geänderte Übersetzung  mit neuem 28 Zähne Ritzel auf der Kurbellwelle  (Getriebeausgang 21 Zähne) trägt sicher auch ihren Teil zu dieser Leistungsentfaltung bei. Wir kommen gut voran und fahren um ca.16.00 Uhr beim Thomas in Hipoldstein auf den Hof.  (Fortsetzung folgt)

Wie schon erwähnt, war der neu gemachte Motor bei der Rückreise in Höhe Leipzig erst so richtig frei geworden. Konnte jeden Autobahnberg mit 100 Km/h durchfahren. Das einzige was diesen Belastungstest nicht bestanden hat: Mein Sitzfleisch: Abfahrt Fallersleben 5.30 Uhr, Ankunft Hallein 14.45 Uhr alles Autobahn

Grüße aus Hallein/Österreich      Franz Huber

Während der Veterama 2006 in Mannheim sprach Peter Motzke von Kopfbearbeitung zur Leistungssteigerung, die er anbieten kann.

Peter kreuzte von einigen Jahren mit diesem Bastard während des Konsultreffens in Buch am Wald auf. Das Motorrad fiel mit Konsul-Sportkopf und obenliegender Nockenwelle auf.

 

     ©2003 Design by

       Horst u. Volker Heiler

 

Umbauten